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Pfalz-Wissen

Was auf dem Etikett steht, und was es bedeutet

Anbaugebiet, Lagen, Rebsorten, Fassgrößen, Süßegrade — die Begriffe, die bei Pfälzer Weinen immer wieder auftauchen.

Das Anbaugebiet


Warum die Pfalz so gut funktioniert

Die Pfalz ist mit rund 23.000 Hektar Rebfläche das zweitgrößte deutsche Weinanbaugebiet — nur Rheinhessen ist größer. Sie zieht sich als schmales Band über etwa 85 Kilometer von Bockenheim im Norden bis an die französische Grenze im Süden, entlang der Deutschen Weinstraße.

Der Grund für die Qualität ist Geografie. Im Westen schirmt der Pfälzerwald ab, die Haardt hält Regen und kalte Westwinde zurück. Was übrig bleibt, ist eines der wärmsten und trockensten Klimata Deutschlands. In manchen Gärten wachsen Feigen und Mandeln, was sonst eher am Mittelmeer üblich ist.

Die Mittelhaardt zwischen Kallstadt und Neustadt gilt als das Kernstück. Bad Dürkheim liegt mittendrin.

Bad Dürkheim und seine Lagen

Bad Dürkheim ist die größte Weinbaugemeinde der Pfalz und Austragungsort des Wurstmarkts, der sich mit gutem Grund das größte Weinfest der Welt nennt. Das Dürkheimer Riesenfass am Ortsrand fasst rechnerisch 1,7 Millionen Liter und ist heute ein Restaurant.

Für die Weine von Thomas Hensel sind drei Lagen wichtig:

LageCharakterBei Hensel
Dürkheimer RittergartenKalkhaltige Böden, geschützte SüdlageDer Lagenriesling der Linie Aufwind
Dürkheimer SchenkenböhlKalkstein und Lehm, am Hang der HaardtDer Grauburgunder aus der Linie Höhenflug
Dürkheimer FeuerbergWärmespeichernde, steinige BödenDer reinsortige Saint Laurent

Grundsätzlich mischen sich in der Gegend Kalkstein, Buntsandstein, Kies und Lehm. Kalk gibt Weißweinen Struktur und Säurespannung, Buntsandstein und Kies speichern Wärme — was den Burgundersorten und dem Spätburgunder entgegenkommt.

Die Rebsorten

Riesling

Die wichtigste Sorte der Pfalz und die einzige, die im Sortiment von Thomas Hensel sowohl als Literwein als auch als Lagenwein auftaucht. Riesling bringt Apfel, Pfirsich und Grapefruit, dazu eine Säure, die den Wein jung frisch und alt komplex macht. Der Rittergarten-Riesling zeigt genau das: klare Frucht, messerscharfe Säure, hoher Trinkfluss.

Weissburgunder und Grauburgunder

Beide sind Mutationen des Spätburgunders, beide werden in Deutschland immer beliebter. Der Weissburgunder ist der zurückhaltendere von beiden: dezente Frucht, milde Säure, nussige Töne. Der Grauburgunder hat mehr Körper und die typische Würze, die man auf Etiketten als „Grauburgunderwürze“ findet. Er liegt genau zwischen der Zurückhaltung des Weissburgunders und der Rasse eines Rieslings — was seine Beliebtheit gut erklärt.

Chardonnay

Die weiße Sorte, die auf Holz am besten reagiert. Ohne Fass zeigt sie Apfel und Zitrus, im Barrique kommen Vanille, Toast und Brioche dazu, dazu eine cremige Textur. Deshalb steht der Chardonnay bei Hensel nur in der Linie Höhenflug — dort, wo das Holz zu Hause ist.

Sauvignon Blanc

Erkennbar an Cassis, Stachelbeere und einer grasigen Note. In Deutschland lange ein Exot, inzwischen fest etabliert — gerade in der Pfalz, wo genug Wärme für Reife und genug Nachtkühle für Säure zusammenkommen. Hensel führt ihn in beiden Linien: im Aufwind aus dem Edelstahl, im Höhenflug zum Teil im Barrique vergoren.

Grüner Veltliner

Österreichs wichtigste weiße Rebsorte, dort mit rund 13.000 Hektar auf mehr als einem Viertel der Rebfläche. Botanisch eine natürliche Kreuzung aus Traminer und St. Georgen. In Deutschland ist sie selten — Thomas Hensel gehört zu den Pfälzer Winzern, die sie gepflanzt haben, in den besten Dürkheimer Lagen. Typisch ist der „Pfefferl“: eine feine weiße Pfeffernote.

Spätburgunder

Pinot Noir, die anspruchsvollste rote Sorte Deutschlands. Sie verzeiht wenig, belohnt aber Geduld: Kirsche, Brombeere, Unterholz und Nelke, dazu eine Tanninstruktur, die im besten Fall seidig wirkt. Bei Hensel gibt es sie zweimal — im Aufwind teilweise im Barrique, im Höhenflug zur Hälfte in neuen Fässern.

Merlot

In Deutschland immer noch ungewöhnlich, weil sie Wärme braucht. Genau deshalb funktioniert sie in der Pfalz. Der Vorteil gegenüber südlicheren Ländern: Es bleibt genug Säure im Wein, die ihm Frische gibt und die Schwere nimmt, die Merlot sonst gern hat.

Saint Laurent

Eine alte Sorte aus der Pinot-Verwandtschaft, benannt nach dem Laurentiustag am 10. August — dem Zeitpunkt, an dem sich die Beeren zu färben beginnen. Sie liefert dunkle Frucht, Rauch und erdige Noten, mit weicherem Tannin als Cabernet.

Cabernet Cubin

Die Sorte, aus der der Ikarus gemacht ist. Cabernet Cubin ist eine Neuzüchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg in Württemberg, eine Kreuzung aus Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon. Sie bringt tiefe Farbe, kräftiges Tannin und dunkle Frucht — und verträgt deshalb einen langen Ausbau im Holz. Sie ist bundesweit nur auf wenigen hundert Hektar zu finden.

Im Keller

Fass ist nicht gleich Fass

Der Unterschied zwischen Barrique, Tonneau und großem Holzfass entscheidet darüber, wie viel Holz man im Glas schmeckt — und wie lange ein Wein reifen kann.

Begriffe


Barrique, Tonneau, großes Holz

Ein Barrique fasst 225 Liter. Weil das Fass klein ist, hat viel Wein Kontakt zu wenig Holz — das Ergebnis sind deutliche Vanille-, Toast- und Röstnoten und eine spürbare Sauerstoffzufuhr durch die Fasswand. Neue Barriques geben am meisten ab, gebrauchte deutlich weniger. Deshalb mischt Thomas Hensel beim Höhenflug Spätburgunder etwa zur Hälfte neue und gebrauchte Fässer.

Ein Tonneau oder Halbstückfass liegt bei rund 500 Litern. Mehr Wein, gleiche Fasswand, also weniger Holzeinfluss pro Liter. Der Höhenflug Grauburgunder liegt sechs Monate in solchen 500-Liter-Fässern — genug für Struktur, zu wenig für Vanillearoma im Vordergrund.

Großes Holz, also Stückfässer ab 1.000 Litern, gibt fast kein Aroma mehr ab. Hier geht es nur noch um die langsame, gleichmäßige Sauerstoffzufuhr.

Beim Ikarus sind es 24 Monate in amerikanischer und französischer Eiche. Amerikanische Eiche bringt tendenziell Vanille und Kokos, französische eher Gewürz und feineres Tannin — die Mischung ist eine bewusste Entscheidung.

Was „sur lie“ heißt

Sur lie ist Französisch für „auf der Hefe“. Nach der Gärung sinkt die Hefe zu Boden. Lässt man den Wein darauf liegen, statt ihn abzuziehen, gibt die Hefe im Lauf der Monate Stoffe ab, die dem Wein Körper, Textur und einen leicht brotigen Ton verleihen. Im Deutschen sagt man dazu oft „Schmelz“ — das Wort taucht in fast jeder Beschreibung eines Hensel-Weißweins auf, und genau daher kommt es.

Langes Lagern auf der Hefe ist einer der sieben Punkte, nach denen im Haus gearbeitet wird.

QbA und die Süßegrade

Fast alle Weine im Sortiment tragen die Bezeichnung QbA — Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete. Das ist die Stufe unterhalb des Prädikatsweins: Der Wein muss vollständig aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete stammen und eine amtliche Prüfnummer durchlaufen. Anders als beim Prädikatswein darf angereichert werden. Über die Qualität sagt die Bezeichnung wenig — viele Spitzenweine deutscher Betriebe laufen bewusst als QbA, weil ihnen die Prädikatsstufen zu eng sind.

Die Geschmacksangabe ist dagegen exakt geregelt:

AngabeRestzuckerHinweis
trockenbis 4 g/lbis 9 g/l, wenn die Säure höchstens 2 g/l darunter liegt
halbtrockenbis 12 g/lbis 18 g/l bei entsprechend hoher Säure
lieblichbis 45 g/l„feinherb“ ist keine geregelte Angabe, sondern liegt meist zwischen halbtrocken und lieblich
süßüber 45 g/l

Deshalb steht auf dem Höhenflug Grauburgunder „halbtrocken“, obwohl er mit 6 g/l Restzucker nicht süß schmeckt: Die Säure von 7 g/l reicht rechnerisch nicht für die Angabe „trocken“.

Alkoholfrei, entalkoholisiert, teilentalkoholisiert

Drei Begriffe, drei Bedeutungen. Alkoholfrei darf ein Wein heißen, wenn er unter 0,5 % vol. liegt. Entalkoholisiert heißt, dass er zuerst als richtiger Wein vergoren und der Alkohol danach schonend entzogen wurde. Teilentalkoholisiert bedeutet, dass ein entalkoholisierter Wein mit einem normalen verschnitten wurde — beim „gb easy“ ergibt das rund 4,8 % vol.

Die alkoholfreien Weine im Detail

Häufige Fragen


Kurz beantwortet

Warum heißen die Weine von Thomas Hensel Aufwind, Höhenflug und Ikarus?

Das Weingut liegt in Bad Dürkheim direkt neben dem Segelflugplatz. Thomas Hensel hat das Flugmotiv ins Logo und in die Namen seiner drei Linien übernommen. Aufwind ist die Einstiegslinie ins Premiumsortiment, Höhenflug die Toplinie, Ikarus das Flaggschiff.

Was ist der Unterschied zwischen Aufwind und Höhenflug?

Aufwind reift überwiegend im Edelstahltank, einzelne Weine sehen anteilig Holz — die Frucht bleibt im Vordergrund. Höhenflug kommt aus den besten Dürkheimer Lagen und reift im Barrique oder im 500-Liter-Fass, meist sechs Monate und länger. Höhenflug-Weine sind dichter, würziger und länger lagerfähig.

Was ist Cabernet Cubin?

Cabernet Cubin ist eine Neuzüchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg, eine Kreuzung aus Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon. Sie bringt tiefe Farbe, kräftiges Tannin und dunkle Frucht und verträgt deshalb einen langen Ausbau im Barrique. Der Ikarus von Thomas Hensel ist reinsortiger Cabernet Cubin.

Was bedeutet „sur lie“?

„Sur lie“ ist Französisch für „auf der Hefe“. Der Wein bleibt nach der Gärung auf der Feinhefe liegen, statt sofort abgezogen zu werden. Die Hefe gibt dabei Stoffe ab, die dem Wein Körper, Textur und einen leicht brotigen Ton geben. Im Deutschen nennt man das Ergebnis oft Schmelz.

Was ist ein Barrique und wie unterscheidet es sich vom 500-Liter-Fass?

Ein Barrique fasst 225 Liter. Weil viel Wein auf wenig Holzfläche kommt, sind Vanille-, Toast- und Röstnoten deutlich spürbar. Ein 500-Liter-Fass, auch Tonneau oder Halbstückfass genannt, gibt pro Liter weniger Holzaroma ab — es strukturiert den Wein, ohne ihn zu überlagern.

Warum steht auf einem trocken schmeckenden Wein manchmal „halbtrocken“?

Weil die Angabe gesetzlich am Restzucker und an der Säure hängt, nicht am Geschmackseindruck. „Trocken“ ist bis 4 g/l Restzucker erlaubt, bis 9 g/l nur dann, wenn die Säure höchstens 2 g/l darunter liegt. Ein Wein mit 6 g/l Restzucker und 7 g/l Säure erfüllt das nicht mehr und muss „halbtrocken“ heißen, obwohl er trocken wirkt.

Was heißt QbA auf dem Etikett?

QbA steht für Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete. Der Wein stammt vollständig aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete und hat eine amtliche Prüfnummer durchlaufen. Anders als beim Prädikatswein darf angereichert werden. Über die tatsächliche Qualität sagt die Bezeichnung wenig — viele Spitzenweine laufen bewusst als QbA.

Welche Lagen bewirtschaftet das Weingut Thomas Hensel?

Die Rebflächen liegen rund um Bad Dürkheim. Auf den Etiketten und in den Datenblättern tauchen der Dürkheimer Rittergarten (Riesling), der Dürkheimer Schenkenböhl (Grauburgunder Höhenflug) und der Dürkheimer Feuerberg (Saint Laurent) auf. Insgesamt bewirtschaftet das Weingut rund 19 Hektar.

Wo kann man die Weine von Thomas Hensel kaufen?

In Deutschland führt der Onlineshop genuss7.de das Sortiment. Direkt vor Ort verkauft das Weingut in Bad Dürkheim, In den Almen 13, montags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17:30 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr.

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